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Infos für Ärzte   
Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

Sie finden hier aktuelle Informationen für Ärzte.
Ältere Beiträge dieser Kategorie finden Sie in unserem  Archiv oder Sie können interessante Beiträgen einfach und bequem über unsere Suchfunktion finden.

03.09.2010
Innovative Therapie gegen Multiple Sklerose: Manipulierte T-Zellen setzen Neuronen-schützendes Protein frei
Eine neuartige viel versprechende Therapie könnte schon bald für Multiple-Sklerose-Patienten zur Anwendung kommen. Einer Forschungsgruppe des krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de ist es gelungen, T-Zellen zu manipulieren. Diese richten sich bei MS-Patienten gegen die eigenen Nervenzellen und zerstören sie. Dadurch konnte ein Neuronen-schützendes Protein durch die Blut-Hirn-Schranke geschleust werden, ohne die Immunantwort zu beeinflussen.
03.09.2010
Leberzirrhose: Shunt und Rifaximin beugen Komplikationen vor
In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 20 000 Menschen wegen einer Leberzirrhose im Krankenhaus behandelt. Sie ist derzeit nicht durch Medikamente heilbar. Doch ein kleines Metallröhrchen in der Leber und ein Antibiotikum, das Darmbakterien abtötet, können die Patienten vor schweren Komplikationen wie etwa innere Blutungen und Gehirnschäden schützen. Das haben zwei neue Studien gezeigt, deren Ergebnisse auf dem Kongress Viszeralmedizin 2010, vom 15. bis 18. September 2010 im ICS Stuttgart vorgestellt und diskutiert werden.
03.09.2010
Stickoxidkonzentrationen in den Innenstädten: Saubere Luft durch Pflastersteine?
In deutschen Städten werden die zulässigen Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickoxid regelmäßig überschritten. Einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz sollen jetzt neuartige Pflastersteine leisten. Sie sind mit Nanopartikeln aus Titandioxid beschichtet und können Stickoxidkonzentrationen in der Luft reduzieren.
03.09.2010
Komplikationen bei Operationen von Parkinson-Patienten vermeiden
In Deutschland leiden etwa 400 000 Menschen an Morbus Parkinson, der sogenannten Schüttellähmung. In einigen Fällen hilft eine Gehirnoperation. Doch häufig vertragen sich die notwendigen Narkosemittel nicht mit den Parkinson-Arzneien. So treten oft vermehrte Speichelbildung und Schluckprobleme auf. In Einzelfällen kann es zu lebensbedrohlicher Atemnot kommen. Wie Anästhesisten solche Komplikationen vermeiden, erörtern Experten auf dem Hauptstadtkongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) vom 16. bis 18. September 2010 in Berlin.
03.09.2010
Mitralklappenclipping: neues Verfahren zur Behandlung von Herzklappenfehlern
An der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz können nun auch Patienten mit einer Mitralklappeninsuffizienz durch ein neues schonendes Verfahren behandelt werden. Die Kardiologen wenden dabei, in der Klinik von Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, die so genannte perkutane (endovaskuläre) Mitralklappenrekonstruktion an. Per Katheter wird mittels einer minimal-invasiven Clip-Implantation hierbei die vorliegende Undichtigkeit der Mitralklappe verringert oder sogar behoben. Auf diese Weise entfallen das Öffnen des Brustkorbes sowie der bislang übliche und risikobehaftete Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Das Verfahren wird bislang in 21 Zentren bundesweit eingesetzt. Seit dem ersten Einsatz des Verfahrens in Mainz Anfang Juni konnten auf diese Weise bereits sechs Patienten erfolgreich therapiert werden.
02.09.2010
Experten kritisieren politisch-juristisches Hickhack um THC
Einem Dortmunder Forscherteam ist es erstmals gelungen, Tetrahydrocannabinol (THC) - einen der Wirkstoff der Cannabis-Pflanze - mit Biosynthese künstlich und kostengünstig herzustellen. THC ist ein hervorragendes Arzneimittel und wird beispielsweise in der Behandlung von Multipler Sklerose oder bei chronischen Schmerzen verwendet. Das Problem ist jedoch, dass der Anbau von Cannabis in Deutschland und in Österreich durch Gesetze nahezu vollständig eingeschränkt ist.
02.09.2010
Deutsche Hypertonie Gesellschaft lobt Video-/Film-Wettbewerb aus
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Hypertonie Gesellschaft möchte 2010 mit einem kreativen Projekt das Thema "Prävention von Bluthochdruck" in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rücken. Der Verein, dessen Ziel die Bekämpfung von Bluthochdruck ist, schreibt in diesem Jahr einen mit insgesamt 6.000 € dotierten Video-/Film-Wettbewerb aus. Ziel ist es, via des beliebtesten Mediums Video/Film für die Erkrankung Bluthochdruck - eine Erkrankung mit hoher Dunkelziffer - und ihren Folgeerkrankungen zu sensibilisieren. Hochrechnungen zufolge hat jeder zweite Mensch über 60 Jahre einen zu hohen Blutdruck und ist damit ein Risikopatient für vaskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen. Viele Todesfälle gehen auf das Konto dieser Volkskrankheit.
02.09.2010
Meningitis-Anfälligkeit geht auf Gene zurück/Fehler bei Codierung von Protein Faktor H entscheidend
Eine Reihe von Genen, die Menschen anfälliger für Meningitis machen, hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Imperial College London identifiziert. Das Team um Michael Levin hat die DNA von 1.400 Patienten mit bakterieller Meningitis und 6.000 gesunden Personen verglichen. Laut Nature Genetics fanden sich Unterschiede in einer Familie von Genen, die bei der Immunreaktion eine Rolle spielen. Sie scheinen Menschen mehr oder weniger anfällig für eine Infektion zu machen. Die Forscher hoffen, dass diese Entdeckung auch einen Beitrag zur Entwicklung neuer Impfstoffe leisten kann.
02.09.2010
Allergisch auf künstliche Gelenke?
Können Menschen allergisch auf ein künstliches Kniegelenk sein? Experten aus München und Neumarkt sammeln seit Jahren Verdachtsfälle von Patienten mit unerklärlichen Beschwerden. Ihre Auswertung ergab nun: Bei vielen Patienten fallen die Allergie-Hauttests positiv aus. Ob die Allergiebereitschaft allerdings für ihre Beschwerden verantwortlich ist, ist noch offen.
02.09.2010
Klimaveränderung: Parasiten in Fischen als Indiz für Veränderungen in der Barentssee
Die Vorstellung von Würmern im Fisch dürfte bei den meisten Menschen Ekel hervorrufen. Doch durch Helminthen, so der wissenschaftliche Begriff für Würmer, zu denen auch Nematoden gehören, die als Parasiten im Meer und von Meerestieren leben, lässt sich eine Menge über den Lebensraum herausfinden. Das ist das Ziel von Prof. Dr. Sven Klimpel vom Frankfurter Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F). Bei einer Forschungsexpedition in den Nordatlantik war sein Mitarbeiter Markus W. Busch jetzt den Auswirkungen des Klimawandels in der Barentssee auf der Spur.
01.09.2010
Nickelallergie: Metall imitiert die Aktivitäten von Bakterien
Ein Forscherteam unter der Leitung von Matthias Goebeler von der Justus-Liebig-Universität Gießen hat das Geheimnis um die Nickelallergie gelöst: Nickel scheint die Aktivitäten von Bakterien zu imitieren und damit eine Immunreaktion auszulösen. Nickelallergien sind die am häufigsten auftretenden Kontaktallergien in der westlichen Welt. Menschen reagieren dabei auf das Metall in Modeschmuck, Münzen und sogar medizinischen Implantaten. Details der Untersuchung wurden in Nature Immunology veröffentlicht.
01.09.2010
Studie zu gesundheitlichen Folgen längerer Weltraumaufenthalte
Ein internationales Forscherteam wird in den kommenden Jahren die gesundheitlichen Folgen von längeren Weltraumaufenthalten auf der Raumstation ISS untersuchen. Die Universität Basel ist mit einem Projekt des Neurowissenschaftlers Prof. Dominique de Quervain mit an Bord. Er erforscht die Auswirkungen von Stressfaktoren im All auf das Gedächtnis. Längere Weltraumaufenthalte bedeuten für die Astronauten eine erhebliche gesundheitliche Belastung. Zu den bekannten Stressfaktoren gehören unter anderem Schwerelosigkeit, erhöhte Radioaktivität, Sauerstoffarmut und eine große psychische Belastung. Um die gesundheitlichen Folgen dieser Stressfaktoren besser zu verstehen, fördert die Europäische Weltraumorganisation (ESA) innovative Forschung auf diesem Gebiet. Im Rahmen eines strengen Auswahlverfahrens, das die European Science Foundation leitete, wurde von der ESA nun ein internationales Projekt ausgewählt, das die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem und das Gehirn von Raumfahrern untersucht.
01.09.2010
Chronische Wunden: Hyperbarer Sauerstoff regeneriert Haut und Gewebe
Verschiedene Ursachen können zu einer chronischen Wunde führen. Wenn eine Wunde innerhalb eines Monats nicht heilt, muss der Grund der Wundheilungsstörung gefunden und sollten weitere Therapien in Betracht gezogen werden. Allen chronischen Wunden ist gemeinsam, dass Haut und Gewebe ungenügend mit Sauerstoff versorgt werden. Nur bei genügender Sauerstoffversorgung ist der Körper aber in der Lage, Wunden zu schließen.
01.09.2010
Psychoonkologie: ein Kranker, mehrere Betroffene
„Ich muss Ihnen mitteilen, dass Sie Krebs haben.“ Das sagen deutsche Ärzte rund 450 000 Mal im Jahr zu ihren Patienten. So oft wird hierzulande die Diagnose „Krebs“ gestellt. Kaum eine Erkrankung löst so viele Ängste und psychische Belastungen aus wie eine Tumorerkrankung – und das, obwohl sich die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Dekaden deutlich verbessert haben. Krebs bleibt jedoch eine schwere chronische Krankheit, die gut oder schlecht enden kann. Wie Experten für psychosomatische Erkrankungen herausfanden, ist die Diagnose Krebs nicht nur für die Erkrankten ein schwerer Schock, sondern auch für ihre Lebenspartner.
01.09.2010
Defizit an sozialen Beziehungen wirkt depressionsverstärkend
Freundschaften und enge soziale Kontakte schützen vor Depressionen. Zu diesem Schluss kommt der Peter Fischer, Leiter der Psychiatrischen Abteilung am Wiener SMZ Ost - Donauspital. Depressionen in verschiedenen Stärken nehmen in der industrialisierten Welt stark zu. "Interessanterweise ist das Land mit der geringsten Depressionsrate das arme Bangladesch. Dort spielen soziale Kontakte in der Großfamilie eine wichtigere Rolle. Und das wirkt sich offensichtlich positiv aus.
31.08.2010
Bier erhöht Schuppenflechte-Risiko bei Frauen
Regelmäßiger Bierkonsum erhöht bei Frauen das Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken. Das berichten Wissenschaftler der Harvard Medical School. Sie gehen davon aus, dass die Gerste im Bier der Grund dafür ist. Das Team um Abrar Qureshi hat herausgefunden, dass Frauen, die mehr als fünf Bier in der Woche trinken, ihr Risiko im Vergleich mit Frauen, die kein Bier trinken, verdoppeln.
31.08.2010
Immuntherapie: Mehr Schlagkraft gegen Krebs
Wie wird das Immunsystem schlagkräftiger gegen Krebs? Forscher vom Max-Delbrück-Centrum (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin in Berlin haben in zehnjähriger Entwicklungsarbeit die Rezeptoren bestimmter Immunzellen (T-Zellen), die T-Zell-Rezeptoren, so geschärft, dass sie Krebszellen künftig nicht mehr unerkannt links liegen lassen, sondern gezielt aufspüren. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Immunsystem die Krebszellen zerstören kann. Die Forscher entwickelten eine Maus mit einem ganzen Arsenal dieser T-Zell-Rezeptoren des Menschen. Ziel ist, diese Rezeptoren für eine gezielte Immuntherapie bei Patienten einzusetzen.
31.08.2010
Wasserenthärter können Hautekzeme verhindern
Die Verwendung von Enthärtungsanlagen kann nach einer Untersuchung die Gefahr von Ekzemen bei Kindern senken. Britische Wissenschaftler erforschen bereits seit 2007, ob der Einsatz von Wasserenthärtern gegen diese Symptome bei Kindern helfen kann. Die vom britischen Gesundheitsministerium unterstützte Studie wird zusätzlich untersuchen, welche Auswirkungen hartes und weiches Wasser auf trockene und juckende Haut hat.
31.08.2010
Genetische Regulation des Phytosterol-Spiegels und das Risiko für die Koronare Herzkrankheit
In einer ausgedehnten Studie unter Federführung von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Leipzig und des Universitätsklinikums konnte erstmals ein Zusammenhang zwischen bestimmten genetischen Faktoren gezeigt werden, die gleichzeitig den Anteil von pflanzlichen Sterolen im Blut und die koronare Herzerkrankung beeinflussen. Diese Daten sind von Bedeutung, weil pflanzliche Sterole häufig in Lebensmitteln zugesetzt werden. Bei Menschen mit bestimmten genetischen Konstellationen könnte dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
30.08.2010
Koalition uneins über Neuregelung für Organspende
Banges Warten bestimmt für tausende Kranke in Deutschland das Leben. Doch für viele ist es ein Todesurteil, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein. Die Nierenspende von SPD-Fraktionschef Steinmeier rückt den viel beklagten Missstand neu in den Fokus.
30.08.2010
Neue Diagnosemethoden für Online-Rollenspielsucht
Das Thema „Online-Rollenspielsucht“ ist noch relativ neu und weitgehend unerforscht. Das Fehlen einer standardisierten Diagnostik führte bisher zu uneinheitlichen und oft zu hohen Schätzungen bezüglich der Anzahl betroffener Spieler. Psychologen der Heinrich-Heine Universität beschäftigen sich nun mit dem besonderen Suchtpotenzial dieser Art von Computerspielen. Am Lehrstuhl für Klinische Psychologie von Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky haben sie einen Fragebogen zur Diagnostik von Online-Rollenspiel-Sucht entwickelt.
30.08.2010
Forschungsprojekt zum Einsatz des Klebstoffs von Rankenfüßern für Medizin und Industrie
Ist ihr das Besetzen von Schiffen, Felsen oder Bojen zu langweilig, lässt sich die gestielte Meereichel, Dosima fascicularis, an selbstgebauten Flößen durch die Ozeane treiben. Der marine Krebs aus der Familie der Rankenfüßer verwendet klebrige Substanzen zur Haftung – die in synthetischer Form das Interesse von Medizin, Industrie und Technik wecken. Waltraud Klepal von der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien untersucht in einem österreichisch-deutsch-irischen Forschungsprojekt Entstehung und Zusammensetzung des Klebstoffs dieser Meerestiere.
30.08.2010
Meeresbiologie: Nährstoffabbau in der Ostsee dauert noch Jahrhunderte
Der Rostocker Biologe Ronny Marquardt, Doktorand des Instituts für Biowissenschaften der Universität Rostock untersucht mit seinen Kollegen, wie die Ostsee sich seit der Industrialisierung um 1850 verändert hat. „Viele Nährstoffe sind durch Dünger und kommunale Abwässer in die Ostsee eingeleitet worden. Das hat dazu geführt, dass vor allem in den Küstengewässern die Wasserpflanzen zurückgegangen sind und die Algenbildung zugenommen hat“, sagt Marquardt. Jetzt sollen Gegenstrategien gefunden werden. Dabei spielen die Armleuchteralgen (Characeen) als Gewässerreiniger eine herausragende Rolle. Die Nährstoffablagerungen in der Ostsee deutlich zu reduzieren, wird aber noch Jahrhunderte dauern.
30.08.2010
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie beurteilt narbenfreie Operationen als zukunftsträchtig – begleitende Kosten-Nutzen-Bewertung gefordert
Die narbenfreie Operation der Gallenblase über einen einzigen Schnitt durch den Bauchnabel erweist sich in einer aktuellen Studie als sicher. Die Autoren erläutern in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2010), warum das „Single-Port“-Verfahren über den Nabel schon bald Standard sein könnte. Derzeit sei es aufgrund der nur einmal verwendbaren Spezialinstrumente zwar recht kostenintensiv, mehrfach verwendbare Instrumente seien jedoch in der Entwicklung. Auf eine notwendige Kosten-Nutzen-Bewertung des Verfahrens weist auch die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hin.
27.08.2010
Neues Protein bei der Vakuolenbildung von Pflanzen entdeckt
Wenn man in den sauren Apfel beißt, hat man sie gerade zerstört - die pflanzliche Vakuole. Obwohl Vakuolen den meisten Platz in einer Pflanzenzelle einnehmen, ist nur wenig darüber bekannt, wie diese Speicherorgane der Zelle entstehen und wie die darin gelagerten Inhaltsstoffe ihren Weg dorthin finden. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben jetzt ein neues Protein entdeckt, das für die Entstehung der Vakuole notwendig ist. Damit haben sie gleichzeitig neue Hinweise zur Entschlüsselung der Vakuolen-Entstehung gefunden. Nun wollen sie den Mechanismus komplett aufklären. Das mit Abstand größte Organell der pflanzlichen Zelle ist die Vakuole: Diese wird von einer Membran umschlossen und speichert in ihrem Inneren wichtige Inhaltsstoffe für die Pflanzenzelle. Zum Beispiel die für unsere Ernährung wertvollen Eiweiße von Erbsen, Bohnen und Linsen, aber auch die Farbstoffe von Blüten, die Bitterstoffe vom Tee oder eben die Fruchtsäuren vom sauren Apfel.
27.08.2010
Wildtier Stiftung: "Toleranz gegenüber Wespen - sie wollen nur naschen"
Das Leben der Arbeiterinnen ist hart! Wespen schleppen unermüdlich Insekten wie Fliegen, Mücken und Motten ins Nest, um damit die Larven-Brut zu füttern. Kurz vor ihrem Tod im Herbst, geraten die fleißigen Arbeiterinnen dann häufig mit den Menschen in Konflikt. „Dabei kommen sie nur an unsere Kaffeetafeln, um ein wenig Süßes zu naschen“, sagt Birgit Radow, Geschäftsführerin der Deutschen Wildtier Stiftung. Sie fordert Toleranz und Solidarität mit den Arbeiterinnen.
27.08.2010
Technik: Smartphone-Apps einfach selbst erstellen
Auf der IFA 2010 stellt die Fraunhofer ESK den E-Composer vor: Mit dem Editor erstellt man mobile Applikationen ohne zu programmieren. Text, Audio und Video werden mit einem Baukastensystem individuell zu einer Anwendung zusammen gestellt. Dabei können die vom Handy erfassten Sensordaten, z.B. der jeweilige Standort, in die App einbezogen werden. Der E-Composer generiert die eigene Applikation wahlweise in Flash oder HTML 5 und macht sie damit automatisch für alle gängigen Smartphones kompatibel. Vom 03. bis 08. September können sich die Besucher der IFA 2010 am Stand der Fraunhofer ESK (Halle 8/Stand 6) von der Plattform überzeugen und ihre eigene App komponieren.
27.08.2010
Täuschend echte Prothesen: Künstliche Augen aus Glas
Detailarbeit bei mehreren hundert Grad Celsius: Mit Bunsenbrenner, Pinzette und Geschick fertigen Ocularisten künstliche Augen aus Glas. In Wiesbaden arbeitet eine Dynastie von Augenprothetikern seit 150 Jahren an dieser Kunst.
26.08.2010
Adipositas: Deutschlandweit erste ordentliche Professur für bariatrische Chirurgie in Leipzig
Prof. Dr. Edward Shang hat die Leitung der neuen Sektion für Adipositas Chirurgie in der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie übernommen."Damit ist erstmals eine ganzheitlich inderdisziplinäre Auseinandersetzung mit diesem Spezialbereich der Chirurgie möglich", so Prof. Michael Stumvoll, der wissenschaftliche Leiter des IFB, "Gerade der wissenschaftliche Aspekt, der ja mit dieser Universitätsprofessur verbunden ist, wurde in Deutschland bis jetzt kaum beachtet."
26.08.2010
Kälteanwendungen im Leistungssport
Bei minus 110 Grad im Badeanzug in einem Kühlraum zu stehen, kann sich eigentlich niemand vorstellen. Auch ein Bad in einer Wanne mit Eiswürfeln ist nicht jedermanns Sache. Mit Hilfe von so genannten Kältekammern oder Eisbädern versuchen Profisportler, ihre Leistungen zu steigern. Dr. Oliver Faude, Melissa Wegmann, Dr. Anne Krieg und Prof. Tim Meyer vom Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes haben wissenschaftliche Studien zum Thema „Kälte im Sport“ ausgewertet. Dabei sind sie zu dem Ergebnis gekommen, dass nicht alle Kälte-Anwendungen sinnvoll sind.
26.08.2010
Zu wenig Ärzte für junge Rheuma-Patienten
In Deutschland leiden etwa 20 000 Kinder und Jugendliche an rheumatischen Beschwerden. Bei jedem zweiten von ihnen bleibt die chronisch-entzündliche Erkrankung bis ins Erwachsenenalter aktiv. Am Übergang von der Jugend- zur Erwachsenenmedizin sind diese Patienten jedoch derzeit häufig unzureichend versorgt. Diese Versorgungslücke kann langjährige Therapieerfolge in kurzer Zeit zerstören, beklagen die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR). Wie sich eine nahtlose Betreuung gewährleisten lässt, erörtern Experten auf dem 38. Kongress der DGRh vom 15. bis 18. September 2010 in Hamburg.
26.08.2010
EU-Projekt Regeneration von Ohrmuscheln
„Alltäglich im Klinikbetrieb sind sie nicht, aber doch häufiger als man annimmt“, sagt Professorin Nicole Rotter, Leitende Oberärztin an der Ulmer Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde: Beschädigte oder gar abgerissene Ohrmuscheln nämlich. Und ihre Wiederherstellung sei schwierig und aufwendig. Das gängige Verfahren bisher: Eine Rekonstruktion aus Rippenknorpel. Letzteres allerdings erfordert mehrere Schritte, unter anderem die Entnahme von drei oder vier Rippen bei mehreren Operationen von vier bis fünf Stunden. Jetzt aber arbeitet eine internationale Forschungsgruppe an Alternativen, darunter auch Nicole Rotter mit ihrem Ulmer Team.
25.08.2010
Darmkrebs: Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Sägezahnadenomen
Eine Forschergruppe um Prof. Florian Greten von der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar hat eine Entstehungsweise von Dickdarmkrebs untersucht und dabei Faktoren identifiziert, die die Diagnose und Therapie des Kolonkarzinoms verbessern können. Dickdarmkrebs beim Menschen entwickelt sich zu etwa 80 Prozent aus zunächst gutartigen Polypen und Adenomen, die durch eine Aktivierung des Wnt-Signalweges entstehen und über die Jahre bösartig werden können. Eine alternative Entstehungsform des Kolonkarzinoms sind Polypen mit gezackter Oberfläche, die Sägezahnadenome genannt werden.
25.08.2010
Umwelt: Forscher untersuchen Wechselwirkungen von Bienenkrankheiten und Pestiziden
Um über 50% sank die Zahl der Bienenvölker in Europa in den vergangenen 50 Jahren. Weltweit neue Bienenkrankheiten und zunehmende Umweltbelastung sind die Haupt-Stressfaktoren für Honigbienen. Jetzt wollen Forscher der Universität Hohenheim Ursachen und Auswirkungen des Rückgangs erstmals im Rahmen eines EU-Kooperationsprojektes systematisch untersuchen. Drei Jahre lang werden sie Zusammenhänge zwischen Umwelt, Krankheit und dem Bienenvolk aufdecken. Die EU fördert bei einem Gesamtvolumen von 3,0 Mio. die Hohenheimer Bienenkunde mit 0,25 Mio. und macht das Projekt damit zu einem der Schwergewichte der Forschung in Hohenheim. Insgesamt elf Universitäten aus neun Ländern beteiligen sich an dem Forschungsprojekt.
25.08.2010
Bildgebungsverfahren: Neuer Röntgenblick liefert genauere Ansichten
Forschende der Universität Basel schauen mit einem speziellen Röntgenverfahren so genau ins menschliche Hirn wie nie zuvor. Mit der neuen Methode ist es ihnen gelungen, ohne Kontrastmittel sogar einzelne Zellen sichtbar zu machen. Die Technik könnte dereinst bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs helfen. Bildgebende Verfahren sind aus der modernen Medizin nicht wegzudenken. Die heute gebräuchlichen Methoden haben allerdings Nachteile: Röntgengeräte liefern zwar scharfe Bilder von Knochen und Zähnen; doch Weichteile im Körper – aus denen zum Beispiel das Gehirn aufgebaut ist – lassen sich damit nur schlecht voneinander unterscheiden. Die Magnetresonanztomographie löst diese Probleme zwar gut; aber ihre räumliche Auflösung ist zu gering, um einzelne Zellen abzubilden.
25.08.2010
Ernährung: Warum Äpfel so gesund sind
Pflanzenstoffe in Äpfeln reparieren geschädigte Darmzellschichten: Die Zellen schmiegen sich wieder dicht aneinander und die Zellzwischenräume schließen sich. So passieren schädliche Stoffe die Darmwand nicht und gelangen nicht ins Blut. Außerdem hemmen die Apfelinhaltsstoffe Entzündungen und verringern oxidativen Stress.
25.08.2010
Präoperative Physiotherapie: Fit für die OP und die Zeit danach
Patienten, die sich nach einer Operation mit physiotherapeutischer Hilfe wieder fit machen und eingeschränkte Funktionen zurückerobern – das ist klinischer Alltag. Doch eigentlich kommt die Physiotherapie damit zu spät: Viele Patienten würden davon profitieren, wenn sie bereits vor einem operativen Eingriff an ihrer Fitness arbeiten. In den Niederlanden wurde daher das Konzept der präoperativen Physiotherapie entwickelt.
24.08.2010
Schützen Stammzellen aus dem Knochenmark vor Nierenversagen?
Welche Rolle spielen Stammzellen bei der Reparatur von Nierenschäden bei Kindern mit einer Bakterieninfektion? Dieser Frage geht Dr. Neysan Rafat, Ph.D., mit seinem Team am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Georg F. Hoffmann) nach und ist für dieses Projekt nun mit dem Fokko van der Woude-Stipendium der Deutschen Nierenstiftung ausgezeichnet worden. Den mit 25.000 Euro dotierten Preis nahm der Nachwuchswissenschaftler auf dem europäischen Nephrologiekongress Ende Juni in München entgegen.
24.08.2010
Depressive verlieren Geruchssinn: Psychologische Störungen führen zum Schrumpfen des Riechkolbens
Ein Forscherteam der Technischen Universität Dresden hat entdeckt, dass Depressive ihren Geruchssinn verlieren. Dieser Verlust basiert den jüngsten Untersuchungen zufolge auf Veränderungen im Gehirn, denn das dortige Riechzentrum bildet sich zurück. Das könnte auch erklären, warum so viele psychologische Störungen den Geruchssinn stören. In Zukunft könnte diese Erkenntnis für die Entwicklung neuer Therapien oder Medikamente verwendet werden.
24.08.2010
Geriatrie: Liste mit für alte Menschen gefährlichen Medikamenten
Nicht alle Medikamente, die jungen Patienten helfen, sind auch für ältere Menschen geeignet. Schon gar nicht, wenn zehn oder mehr unterschiedliche Präparate auf einmal eingenommen werden. Da aber eine Krankheit im Alter oft nicht isoliert auftritt, müssen ältere Patienten häufig eine Reihe von unterschiedlichen Arzneimitteln gegen verschiedene Erkrankungen einnehmen, was das Risiko für Wechsel- und Nebenwirkungen deutlich erhöht. Deshalb hat nun erstmals eine Forschergruppe der Universität Witten/Herdecke unter Leitung von Prof. Dr. Petra Thürmann die Medikamente für den deutschen Markt zusammengestellt, die für ältere Menschen problematisch sein können. Gedacht ist die Liste als Hilfestellung für Ärzte und Apotheker zum Schutz ihrer älteren Patienten.
24.08.2010
Neuer Detektor für Stress und Depressionen
Auf rund 65 Milliarden Euro belaufen sich die jährlichen Kosten, die in Deutschland durch psychische Erkrankungen entstehen. Stress, Depressionen und Burn-Out haben sich zur Volkskrankheit Nummer eins entwickelt. Bis zu 90 Prozent der psychischen Erkrankungen werden von Hausärzten behandelt, die aber die wahren Ursachen häufig nicht erkennen. Das könnte sich ändern. Einem Forscherteam der Universität Trier ist es gelungen, ein Set zu entwickeln, das die Auslöser psychischer und psychosomatischer Beschwerden aufdeckt. Dadurch können die Krankheiten effektiv behandelt werden.
24.08.2010
Babys: Essensumstellung beeinflusst Darmflora
Die ersten Erbsen, die ein Baby isst, verändern die Mikroben im Darm. Ruth Ley von der Cornell University hat gemeinsam mit Kollegen die Bakterien im Stuhl eines kleinen Jungen analysiert. Er wurde vom Zeitpunkt der Geburt bis im Alter von zweieinhalb Jahren begleitet. Wie vorauszusehen, vermehrten sich die Mikroben im Darm und auch die Artenvielfalt nahm zu. Zu grundlegenden Veränderungen kam es laut NewScientist jedoch immer dann, wenn er neue Arten von Lebensmitteln zu sich nahm.
23.08.2010
Grünenthal erhält deutsche Zulassung für Palexia®
Bereits zehn Tage nach Abschluss des europäischen dezentralen Arzneimittelzulassungsverfahren hat Deutschland als erstes europäisches Land die nationale Zulassung für Palexia® vom BfArM erhalten.
23.08.2010
Versorgungsforschung zu Immunglobulin-Therapien
In Deutschland mangelt es an repräsentativen Langzeitdaten zur Versorgung von Patienten mit Immundefekten und neurologischen Autoimmunerkrankungen. Um diese Datenlücke zu schließen, hat das Institut für Klinische Pharmakologie der TU Dresden jetzt die erste Versorgungsforschungsstudie zu Immunglobulinen konzipiert. In Zusammenarbeit mit einer interdisziplinären Expertengruppe will die TU Dresden damit ein realistisches Abbild des Stellenwerts von Immunglobulinen in der alltäglichen medizinischen Versorgung gewinnen.
23.08.2010
HLA-Polymorphismus assoziiert mit Parkinson
Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielen. Das behaupten Wissenschaftler der University of Washington. Das Team um Cyrus Zabetian begleitete 20 Jahre lang 4.000 Personen, von denen die Hälfte an Parkinson erkrankt war. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen den Genen, die das Immunsystem kontrollieren, und der Krankheit. Laut Nature Genetics eröffnen diese Forschungsergebnisse neue Ansätze für die Entwicklung von Medikamenten.
23.08.2010
Übergang von konventioneller zur minimalinvasiver Chirurgie
Der Übergang von der konventionellen zur minimalinvasiven Chirurgie stellt einen bedeutenden Trend in der modernen Medizin dar und ist ein Feld, das von ständigen technischen Fortschritten und Innovationen geprägt wird. Mit der Entwicklung einer Endoskopie der nächsten Generation leistet das Fraunhofer IPA einen wichtigen Beitrag hierzu.
23.08.2010
Nature Geoscience -Studie belegt Einfluss von Bakterien auf den Phosphor-Kreislauf im Meer
In der August-Ausgabe der Zeitschrift Nature Geoscience veröffentlichen Bremer Wissenschaftler des MARUM, Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen, zusammen mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie und der Universität Stockholm eine Studie zur Rolle von Bakterien im Meeresboden. Erstmalig gelang der Nachweis, dass Bakterien eine Schlüsselrolle bei der Bildung von phosphorhaltigen Mineralien im Meeresboden zukommt und sie somit den Kreislauf dieses wichtigen Nährstoffs im Meer entscheidend beeinflussen.
23.08.2010
Hoffnung für Querschnittsgelähmte und Parkinson-Kranke
Ein Konsortium von führenden europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen bündelt Expertise zur Realisierung einer neuen Generation neuroprothetischer Systeme. Mit deren Hilfe soll es zukünftig möglich werden, Bewegungsfunktionen nach schweren Rückenmarksverletzungen wieder herzustellen und die Symptome der Parkinsonerkrankung wirkungsvoll zu lindern. Das Projekt NEUWalk startete am 1. Juni 2010 und wird anteilig mit einer Summe von fast 9 Millionen Euro durch das 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Technologische Entwicklung finanziert.
23.08.2010
Fluoreszierende und durch Licht schaltbare Mikroskopie-Marker
Biliproteine werden in den Biowissenschaften bei bildgebenden Verfahren als Hilfsmittel eingesetzt, um definierte Strukturen und Prozesse sichtbar zu machen. Allerdings konnten die farbigen Bausteine in lebenden Organismen bisher nur relativ aufwändig in mehreren Schritten hergestellt werden. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern um Professor Kai-Hong Zhao an der Huazhong-Universität im chinesischen Wuhan hat ein Team um den LMU-Biologen Professor Hugo Scheer nun ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die farbigen Proteine direkt in einem Schritt synthetisiert werden.
20.08.2010
Schlaflose Nächte – aber am Vollmond liegt es nicht
Der Mond ist unschuldig: Wer nachts nicht schlafen kann, sollte das nicht auf den Erdtrabanten schieben. Zahlreiche Untersuchungen belegten, dass es keinen Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und Vollmond gebe, teilte die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) Bayern am Freitag in München mit. So hätten zuletzt österreichische Schlafforscher in einer Studie Testpersonen über einen Zeitraum von sechs Jahren ein Schlaftagebuch führen lassen. Das Ergebnis: Es gab keinen Zusammenhang zwischen der Mondphase und dem Schlaf.